Wörterbuch

Zugrundliegendes Textcorpus, Umfang

Primärer Gegenstand des Wörterbuchs ist der appellative Wortschatz des gesamten akkadischsprachigen Schrifttums, also etwa auch die in akkadische Texte eingebetteten Fremdwörter. Eigennamen werden nur selektiv einbezogen, etwa wenn sie seltene eindeut akkadische Lexeme dokumentieren. Berücksichtigt wird prinzipiell auch die Nebenüberlieferung, also etwa akkadische Lehnwörter in sumerischen, elamischen oder hurritischen Texten oder in anderen Schriftsystemen, wiedergegebene akkadische Wörter, die sich z.B. in ugaritischen Texten oder nordwestsemitischen Inschriften finden.

Wie bereits mehrfach erwähnt, wird auch der Wortschatz der Ebla-Texte einbezogen, dem Projektteil 2 gewidmet ist. Als Endprodukt ist für dieses eine online-Datenbank vorgesehen. Zu diesem Zweck werden zunächst alle publizierten Ebla-Texte in digitale Wortlisten überführt, die dann in die Datenbank eingelesen werden. Individuelle Informationen zu den einzelnen Wörtern werden teils schon in den Listen erfasst, teils in der Datenbank hinzugefügt. Augenblicklich sind ca. 85 Prozent des Materials in noch ziemlich rohe Wortlisten umgewandelt.

 

Struktur

Bei den Vorüberlegungen wurden zwei wesentliche Gesichtspunkte in Betracht gezogen: erstens die traditionelle semitische bzw. semitistische Lexikographie, die in guter Übereinstimmung mit der semitischen Sprachstruktur auf konsonantischen Wurzeln basiert, denen die einzelnen Lexeme untergeordnet werden; und zweitens die lautlichen Unschärfen der Keilschrift, die bekanntlich silbenanlautende Konsonanten nur in jüngeren Syllabaren - und auch da nicht konsequent - differenziert, silbenauslautende Konsonanten hingegen generell nur bis zu einem gewissen Grade: so wurden im Auslaut bei gleicher Artikulationsstelle niemals die Merkmale stimmlos, stimmhaft und emphatisch differenziert, im Anlaut blieben z.B. die Silben bu und pu undifferenziert. Hinzu kommt, dass besonders bei Fremdwörtern nicht selten Lautvarianten vorkommen.

Wir haben uns daher zu einer Anordnung entschlossen, das auf dem Wurzelprinzip beruht und zugleich geeignet ist, ungenau rekonstruierbare Lexeme zu integrieren. Zu diesem Zweck werden Gruppen ähnliche Wurzeln mithilfe von Coversymbolen zusammengestellt, wobei die einzelnen Wurzeln desweiteren alphabetisch und nach dem Präzisionsgrad ihrer Rekonstruierbarkeit sortiert werden. Die Gesamtplanung richtete sich ferner nach der geschätzen Zahl von Wurzeln mit bestimmten Anlautkonsonanten sowie nach den zu erwartenden Schwierigkeiten, die etwa bei den im Akkadischen "schwach" anlautenden Wurzeln höher eingeschätzt wurden. Daraus ergab sich folgende Bandplanung:


Jahr
Bd.
Wurzelanlaute Lemmata
Addition
1        
2        
3 1 Labiale: P = p-b ca. 405  
4 2 Dentale: T = t-d-ṭ ca. 470 875
5 3
4
Velare: K = k-g-ḳ
Sibilanten: S = s-z-ṣ
ca. 595
ca. 420
1470
1890
6 5 š ca. 545 2435
7        
8 6 Liquidae:
L = l, r
M = m, n
ca. 795  3230
9 7
8
Halbvokale: H = w, y
Uvular: H = ḫ
ca. 240
ca. 355
3470
3825
10 9 Ph/Laryngale: H = ʔ-ʕ-ġ-h-ḥ ca. 870 4695

Schema der Lexikoneinträge