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Das Akkadische (mit seinen beiden Hauptdialekten Babylonisch und Assyrisch) wurde im Alten  Mesopotamien gesprochen, zeitweise aber auch weit darüberhinaus als Schrift- und Verkehrssprache benutzt. Es ist die älteste bekannte semitische Sprache und zugleich die am besten dokumentierte Sprache des Alten Vorderen Orients. Geschrieben wurde es fast ausschließlich mit Keilschrift. Die Dokumentation reicht von ca. 2600 v. Chr. bis ins 1. Jh. n. Chr. Der durch neue Funde und Publikationen stetig anwachsende Textbestand umfasst derzeit etwa 10.000.000 Wörter, was in etwa dem des Lateinischen bis 300 n. Chr. entspricht.

Für das Akkadische existieren aus neuerer Zeit zwei große Wörterbücher: W. von Sodens "Akkadisches Handwörterbuch" (AHw, 1958-1981), und das von A. L. Oppenheim u. a. herausgegebene "Assyrian Dictionary of the Oriental Institute of the University of Chicago" (CAD, 1956-2010). Beide Lexika sind wegen des Materialzuwachses, aber auch wegen der in den letzten Jahrzehnten erzielten philologisch-linguistischen Fortschritte ergänzungsbedürftig. In beiden fehlt beispielsweise der Wortschatz der umfangreichen, ins 24. Jh. v. Chr. datierenden Archive aus Ebla (Syrien), die erst 1974/75 entdeckt wurden und einen bis dahin unbekannten akkadischen Dialekt (oder nach anderer Auffassung: eine mit dem Akkadischen eng verwandte Sprache) dokumentieren.

Der akkadische Wortschatz, der neben seinem semitischen Grundbestand auch zahlreiche Fremd- und Lehnwörter unterschiedlichster Herkunft enthält, stellt ein kaum zu überschätzendes sprach- und kulturgeschichtliches Reservoir dar, das bisher nur ansatzweise erschlossen ist. Zwar finden sich im AHw zahlreiche knappe etymologische Hinweise, doch ist ein umfassendes etymologisches Wörterbüch  des Akkadischen ein Desiderat. Dies gilt umso mehr, als das Akkadische die älteste überlieferte semitische Sprache ist, und detaillierte etymologische Wörterbücher - wie sie etwa für die Indogermanistik selbstverständlich sind - im Bereich der semitischen Sprachen generell noch weitgehend fehlen.

Das Ende 2012 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligte Projekt "Etymological Dictionary of Akkadian" (EDA) hat sich zur Aufgabe gestellt, diese Lücke zu füllen. Es umfasst drei Teile: (1) das etymologische Wörterbuch selbst; (2) ein Supplement zu AHw. und CAD, d.h. die lexikalische Erschließung der nicht mehr von AHw und CAD erfassten mesopotamischen Quellen; (3) ein vollständigen Glossar zu den Ebla-Texten.